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„Vom Artefakt zur infra structura – Das Arzneimittelrezept als Zugang zur Gestaltung gesellschaftlicher Infrastruktur“

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert interdisziplinäres Forschungsprojekt mit dem Deutschen Apotheken-Museum

Ab September 2018 steht die Geschichte von Arzneimittel-Rezepten des 17. bis 20. Jahrhunderts im Mittelpunkt einer interdisziplinären Forschung von Wissenschaftlern des Deutschen Apotheken-Museums sowie drei Universitäten. Das Projekt ist auf vier Jahre angelegt und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 1,2 Mio. Euro gefördert.

Unter dem Titel „Durch das Artefakt zu infra structura – Das Arzneimittelrezept als Zugang zur Gestaltung gesellschaftlicher Infrastruktur“ untersuchen Wissenschaftler des Deutschen Apotheken-Museums, des Instituts für Pharmazie-Geschichte der Philipps-Universität Marburg sowie der Institute für Wirtschaftsinformatik der RWTH Aachen und der WWU Münster Arzneimittel-Rezepte des 17. bis 20. Jahrhunderts. Ziel dabei ist, anhand der Rezepte Rückschlüsse auf gesellschaftliche Strukturen der jeweiligen Zeit zu ziehen sowie auf Veränderungen im Gesundheitswesen.

Beginnend mit den ältesten vorhandenen Exemplaren aus der Frühen Neuzeit werden die Arzneimittel-Rezepte zunächst analysiert. Dabei folgt das Projekt der Idee der „biography of things“, bei der von einer engen Verbundenheit zwischen einem „Artefakt“ (in diesem Fall das Rezept) und gesellschaftlichem Kontext ausgegangen wird. Mit Hilfe eines „Artefakts“ soll menschliches Handeln und Verhalten beschrieben und verstanden werden. Das „Artefakt“ Rezept soll in diesem Kontext als Zugangsschlüssel zum Unsichtbaren in der Gesellschaft, der infra structura, dienen. Auch kann ein Rezept Aufschlüsse über die Informations-Infrastruktur zwischen Arzt, Apotheker und Patient geben und zeigen, wie diese sich im Lauf der Zeit gewandelt hat. Obendrein lassen sich anhand von Veränderungen in den Rezepten - etwa hinsichtlich Form, Sprache und Inhalt - Veränderungen und Inno-vationen im Gesundheitswesen ablesen, von der frühen Neuzeit bis hin zur Gegenwart.

Die Aufgabe des Deutschen Apotheken-Museums als Verbundpartner besteht darin, unsere Kenntnisse und Erfahrungen mit musealen Objekten der Pharmaziegeschichte sowie deren ansprechende Vermittlung in das Projekt einzubringen. Außerdem werden den anderen Verbundpartnern aus der umfangreichen Sammlung des Museums rund 7.000 Rezepte aus vier Jahrhunderten in digitaler Form zur Verfügung gestellt, ebenso wie weiteres aussagekräftiges Quellenmaterial anderer Sammlungen im deutschen Sprachraum.

In der letzten Projektphase wird vom Deutschen Apotheken-Museum ein Konzept für eine virtuelle Ausstellung erarbeitet. Hierbei sollen die Ergebnisse des Verbundprojektes gebündelt und in didaktisch ansprechender Form übersichtlich und informativ vermittelt werden.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

sowie den Verbundpartnern unter
Institut für Geschichte der Pharmazie, Philipps-Universität Marburg

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