Das Deutsche Apotheken-Museum
im Heidelberger Schloss

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Neue Medien im Museum

Multimedia-Station im Bereich "Laboratorium"

Der „Apothekerturm“ im Heidelberger Schloss gibt der dort präsentierten Ausstellung zum historischen Apothekenlaboratorium durch seine Kuppel-Architektur einen beeindruckenden Rahmen. Vielfältige und teils merkwürdig anmutende Objekte werden dort gezeigt. Was ist denn das für ein Gerät? Und wie funktioniert es? Welche Arznei wurde damit hergestellt? Solchen und vielen anderen Fragen zum früheren wie heutigen Laborbetrieb in der Apotheke kann der Besucher dort auf ganz einfache Weise nachspüren.

Mit freundlicher Unterstützung der Globalen Geschäftseinheit Pharmaceutical Ingredients and Services der BASF SE wurde im Deutschen Apotheken-Museum eine Mulitmedia-Station entwickelt, die anhand der Museumsbestände spannend und anschaulich über Geräte und Vorgänge rund um das Apothekenlabor und die Arznei-herstellung vom 16. bis ins 21. Jahrhundert informiert.

Die Startseite gliedert die Themen der Ausstellung in zwei Bereiche, die zu einzelnen Themenseiten mit reichhaltigen Informationen und Bildmaterial führen.

Destillation und Geräte im historischen Apothekenlabor


Der erste Bereich bietet den Besuchern drei Themenfelder zum „Apothekenlabor“. Das „Historischen Laboratorium“ informiert über die Anfänge der Alchemie in der Arzneibereitung und die Rolle des Paracelsus. Destillationsvorgänge mit Retorte, Alembik und Rosenhut bis zum „Mohrenkopf“ werden beschrieben ebenso wie die typische Geräteausstattung. Das „Labor im 19. Jahrhundert“ macht die Einflüsse der aufkommenden Naturwissenschaften mit technischen Innovationen und neuen Analysemethoden anschaulich: anhand von Mikroskop, Zentrifuge, Polarisationsapparat, Liebig-Kühler oder verschiedenen Waagen bis hin zu komplexen Dampf-destillationsapparaturen. Das Thema „Apothekenlabor im 21. Jahrhundert“ verschafft den Besuchern spannende Einblicke in die Arzneimittelherstellung in Apotheken sowie in die industrielle Wirkstoffforschung und -produktion heute.

Entwicklung und Herstellung von Arzneiformen

Beim zweiten Themenbereich dreht sich alles um Arzneiformen: ihre historische Entwicklung, Herstellung und die dazu genutzten Geräte. Unter den „Festen Arzneiformen“ findet sich Spannendes zu Pulver und Pillen, Morsellen und Confect sowie zur Entwicklung der Tablette und auch neue Formen wie Granulate und Filmtabletten sind dabei. „Flüssige Arzneistoffen“ werden durch mechanische Trennvoränge (Pressen, Filtrieren, Kolieren) sowie Aufgüsse, Abkochungen oder vielfältige Destillationsvorgänge gewonnen. Einfluss aus dem Orient zeigen bspw. der zuckerhaltige Sirup oder das weingeistige Elixir. Für die Verwendung von Alkohol und seine konservierenden Eigen-schaften in den Arzneien stehen auch Tinkturen, gebrannte Wässer und Medizinalweine.
Unter „Halbfesten Stoffen“ schließlich geht es um Latwergen, Pflaster und Salben.

Ergänzend dazu führt ein Film der BASF in die aktuelle Entwicklung von pharmazeutischen Hilfsstoffen ein.

Zahleiche Objekte aus Ausstellung und Depot

Unter dem Motto „Was ist das?“ ermöglicht es eine weitere Schalt-fläche mit Bildern aller Ausstellungsstücke, direkt zum Objekt der Wahl zu gehen: Was ist eigentlich eine Aludel, ein „Mohrenkopf“ oder eine Tenakel? Und wie genau funktionieren ein Alembik, ein Emulgor oder die erste Tablettenpresse?

Auf mehr als 50 Themenseiten sind nicht nur nahezu alle Exponate dieses Raums einbezogen, sondern auch viele weitere Objekte aus den Ausstellungsräumen sowie solche aus dem Museumsbestand, die nicht ausgestellt werden können. Historische Bildquellen, etwa aus der „Alchemia“ des Andreas Libavius (1597) oder dem „Lehrbuch der Pharmaceutischen Technik“ von Friedrich Mohr (1847), machen das Ganze auch im direkten Vergleich mit dem originalen Objekt noch eindrücklicher.

Texte und Bildauswahl: Claudia Sachße
Gestaltung und Umsetzung: ID Kommunikation, Mannheim